Wie findet man wirkungsvolle Metaphern?

Was ist eine Metapher?

Was hätten einflussreiche Persönlichkeiten in der Welt erreicht, wären ihre Reden nicht übersät gewesen mit Metaphern die dafür sorgten dem Publikum leicht verständlich darzulegen wie die Absicht hinter der Ansprache lautet. Oftmals verbergen sich hinter den Metaphern nicht einmal die tatsächlichen Ziele der Ansprache, doch ihre Wirkung schafft es die Menschen auf der emotionalen Ebene zu erreichen und diese zu überzeugen oder zu fesseln. Ein Wissenschaftler wird bei einer Vorlesung, egal wie interessant das Thema auch sein mag, kaum die Gunst der Zuhörerschaft gewinnen, wenn er nicht mit Versinnbildlichter Darstellung den Nerv des Publikums erreicht. Die fachliche Kompetenz ist daher noch lange kein Garant für einen guten Redner, hierzu gehören andere Stilmittel. Metaphern bieten eine entsprechende Grundlage, dem Zuhörer auf einfachste Weise deutlich zu machen was gemeint ist und ihn zusätzlich sogar noch emotional zu ködern.

Wodurch definiert sich eine Metapher überhaupt?

Die Metapher hat ihren Ursprung im griechischen und bezeichnet etwas Ähnliches dem wörtlich gemeinten. Aristoteles war es der die Metapher als erstes definierte, und bezeichnete diese in der Poetik als das Wort welches für die Übertragung eines Wortes steht. In der Rhetorik geht Aristoteles sogar noch weiter und unterteilt die Metapher gleich in vier weitere Arten. Noch weiter ausgeführt werden diese vier Arten als Synekdoche zusammengefasst und bestehen nach der Regel Aristoteles aus der Übertragung von der Gattung auf eine Art oder umgekehrt. Die anderen beiden Versionen kennzeichnen die Metapher als eine Übertragung von einer Art auf eine andere Art sowie als Analogie, dem Gleichnis. Da dies nun aber zu weit gehen würde belassen wir es zunächst dabei das der griechische Philosoph vor langer Zeit einmal gute Arbeit geleistet und den Weg zum Verständnis der Sprache aufgestoßen hat, bevor Sie vor lauter Nachdenken ein Brett vor dem Kopf haben werden, was im übrigen auch eine gern benutzte Metapher ist. In der heutigen Zeit werden die komplexen Unterteilungen kaum noch angewendet und die Metapher viel mehr als einen Vergleichsausdruck angesehen.

Dank der Metapher gewinnen Sie die Herzen der Zuhörer

Metaphern lassen sich also perfekt als rhetorisches Stilmittel einsetzen um nicht nur eine Rede aufzulockern, sondern diese für den Zuschauer überhaupt erst interessant werden zu lassen. Als Beispiele eignen sich eine Vielzahl von Vergleichen, denn nichts anderes ist die Metapher. Dazu zählen berühmte Wortschöpfungen wie die „Baumkrone“, der „Absturz am nächsten Morgen“ (nach einer durchzechten Nacht), „Geld wie Heu haben“ oder „jemanden einen Bären aufbinden“. Oftmals sind es alte Zitate oder Gleichnisse die in den modernen Sprachgebrauch aufgenommen wurden und den Menschen auf einfache Weise die Zusammenhänge erklären. Die bildhafte Sprache erzeugt sofort eine Vorstellung im Kopf des Zuhörers die ihm auf leicht verständliche Weise den Zugang zu Ihrer Rede ermöglicht. Fakten und Zahlen bieten zwar einen logischen Ansatz, überfordern den Zuhörer jedoch dauerhaft. Anstelle einer prozentualen Statischen und trockenen Analyse von Prozenten könnte sich die Mehrheit auch nur „das größere Stück vom Kuchen abschneiden“, um dem bildhaften Vergleich gerecht zu werden. Mit dieser Methode präsentieren Sie dem Zuhörer im ersten Moment die Zahlen, erklären ihm aber gleichzeitig den Zusammenhang. So lassen sich gesprochene Fakten besser behalten.

Wie stellt man fest, ob eine Metapher wirkungsvoll ist?

Für die Wirkung von Metaphern gilt der Zuhörer oder das Publikum natürlich als das Versuchskaninchen der Ansprache. Ob eine Metapher gut ankommt, hängt in erster Linie davon ab wo diese den Zuhörer abfängt. Spätestens wenn ihr Publikum einschläft, werden Sie feststellen ob Sie das Prinzip der Metapher verinnerlicht haben. Wie man die richtigen Metaphern findet, um im Gespräch eine eindrucksvollere Position einzunehmen, lässt sich vor allem an Beispielen der Geschichte festmachen. In seiner Rede von 1963 veranschaulicht der damalige US-Präsident Kennedy den Berlinern in Deutschland anhand einer Metapher das Zusammengehörigkeitsgefühl, das zwischen Ost und West herrschen sollte und nannte Ostberlin und Ostdeutschland eine Insel die vom Festland abgeschottet wurde. Durch diesen Vergleich fanden die Worte seiner Rede sofort hohen Anklang beim Volk. Peer Steinbrück (SPD), gilt in Deutschland hingegen als wahrer Meister der Metaphern. In seinen Reden schwingen bildhafte Vergleiche mit. Zum Finanzmarktstabilisierungsgesetz sagte er so zum Beispiel einmal das gelöscht werden müsse, auch wenn es sich um Brandstiftung in den Finanzmärkten gehandelt habe. Eine weiter zurück liegende Finanzkrise betitelte er einst als „Gezeitenwechsel“. Diese Beispiele schmücken die Reden des Politikers aus, machen aber auch deutlich das mit ihnen der Kreis potentieller Zuhörer schneller erreicht und vergrößert werden kann. Mit der richtigen Metapher wird der Stein ins Rollen gebracht.

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