Vortrag halten – mit den besten Tipps vom Profi

Vortrag halten

Wer schon einmal einen Vortrag gehalten hat, kennt das Problem. Selbst wenn der Vortrag fachlich einwandfrei ausgearbeitet worden ist, kann dieser relativ schnell monoton und langweilig für die Zuhörer werden. Deshalb sollten einige Grundregeln unbedingt befolgt werden.

Aufbau eines Vortrages

Um einen möglichst guten Vortrag halten zu können, sollte dieser ähnlich eines Schulaufsatzes eine gute Struktur aufweisen. Dies bedeutet, dass in der Regel ein Vortrag aus drei Grundstufen besteht: der Einleitung, dem Hauptteil sowie dem Ende. Eine Einleitung erleichtert dem Vortragenden Zugang zu den Zuhörern zu bekommen, die Aufmerksamkeit zu erregen. Aus diesem Grunde hat es sich empfohlen, die Einleitung eines Vortrages möglichst spannend auszuarbeiten, so dass beim Publikum eine gewisse Neugier für den bevorstehenden Vortrag geweckt wird. Auf allgemein übliche Floskeln wie das Ausdrücken einer Freude über das zahlreiche Erscheinen der Zuhörer sollte tunlichst verzichtet werden. Bewährt hat sich ein Einstieg mit Überraschungseffekt, der für Aufmerksamkeit sorgt.

Beim Aufbau des Hauptteils des zu haltenden Vortrages ist darauf zu achten, dass dieser logisch aufgebaut ist und möglichst wenige Fremdwörter enthält. Damit ist gewährleistet, dass auch wirklich jede Person dem Vortrag folgen kann. Um einer Überforderung des Publikums entgegen zu wirken, sollten nicht mehr als drei Inhalte behandelt werden. Wird beispielsweise mit dem Halten des Vortrages das Ziel verfolgt, ein Produkt zu verkaufen, genügen drei Argumente, weshalb das Produkt erworben werden sollte.

Als Abschluss des Vortrages wählen Sie einen starken Schlusssatz, der das bisher Gehörte noch einmal klar ins Licht rückt. Auf ein abschließendes Danken für das Zuhören sollte verzichtet werden, um nicht die Wirkung des Vortrages zunichte zu machen.

Blickkontakt und verständliche Worte sehr wichtig

Ein weiterer grundsätzlicher und enorm wichtiger Punkt beim Halten eines Vortrags zu welchem Thema auch immer ist das Halten des Blickkontaktes zum Publikum. Nichts wirkt abschreckender als ständig auf das Manuskript schauen und sich nicht wenigstens ab und zu einmal den Zuhörern zuzuwenden. Verzichten Sie darüber hinaus auf unnötig lange Sätze und eine monotone Sprechweise. Nutzen Sie eine möglichst bildliche Sprache und kurze, prägnante Sätze. Die bildhafte Sprache ermöglicht es dem Zuhörer, dass mehr von dem Gehörten verarbeitet werden kann.

Vorheriges Üben

Das bevorstehende Halten von Vorträgen sorgt bei einer Vielzahl von Menschen im Voraus schon für Aufregung und nervöse Unruhe. Üben Sie ruhig einige Male Ihren zu haltenden Vortrag vor dem Spiegel oder vor Freunden und Bekannten. Das nimmt die Nervosität und macht Sie sicherer. Sie werden dadurch auch wesentlich kompetenter auf das gesamte Publikum wirken. Üben Sie dabei auch die Sprechgeschwindigkeit. Es sollte niemals zu schnell gesprochen werden, da die Zuhörer Ihnen sonst nicht folgen können. Sprechen Sie hingegen zu langsam, könnten Sie das Publikum langweilen. Üben Sie einen Vortrag mehrmals, gelingt Ihnen die Koordination des Sprechverhaltens und der Körpersprache mit jedem Mal besser. Ein Erfolg des zu haltenden Vortrags ist daher eher in Sicht.

Wirkung auf die Zuhörer

Seien Sie sich stets bewusst, dass Sie zu jeder Zeit vom Publikum wahrgenommen werden. Im Verlaufe Ihres Vortrages können Sie allerdings nicht auf Ihre gesamte Wirkung durch die eigene Körpersprache, den Satzbau und den Klang Ihrer Stimme auf die Zuhörer achten. Aus diesem Grunde ist es von äußerster Wichtigkeit, die zuvor genannten Punkte ausgiebig einzuüben. Dadurch erreichen Sie einen gewissen Automatismus all Ihrer Gesten und Signale, die durch Ihre Körpersprache auf das Publikum übergehen werden.

Vermeiden Sie Signale, die auf das Publikum eine eher abwertende Wirkung haben könnten, wie beispielsweise die Hände in der Hosentasche oder ein erhobener Zeigefinger. Das Publikum legt großen Wert darauf, die Hände des Vortragenden zu sehen. Ein erhobener Zeigefinger lässt beim Publikum unangenehme Erinnerung an die Schulzeiten aufleben. Meiden Sie möglichst auch Berührungen im Bereich Ihres Gesichts. Viele Menschen deuten dies als Unsicherheit oder gar als Aussprechen von Unwahrheiten.

Tipps aus dem Internet

Im Folgenden erhalten Sie einige lesenswerte Auszüge von Internetseiten, die Ihnen ebenfalls weiterhelfen können, wenn Sie einmal einen Vortrag halten müssen.

Der Website http://www.akademie.de/wissen/5-tipps-fuer-knackige-vortraege wurde der folgende interessante Tipp entnommen:

– “Man”? Nein: Sie und ich!

Vermeiden Sie unverbindliche Formulierungen wie “man kann die Energiebilanz eines Hauses so verbessern”. Dieser “man” ist irgendjemand anders, mit dem Ihre Zuhörer nichts zu tun haben. “Sie können die Energiebilanz Ihres Hauses so verbessern” spricht jeden im Publikum persönlich an. Reden und Präsentieren ist ein Dialog, also ein Zwiegespräch. Es geht zwar um eine Sache, aber eben auch um die beiden Akteure. Zeigen Sie auf, welchen persönlichen Bezug Sie zum Thema haben und ebenso, welchen Nutzer jeder einzelne Leser/Zuhörer davon hat. Schließlich wollen Sie Ihrem Publikum Ihr Thema “verkaufen” und es zahlt mit Zeit und Aufmerksamkeit. Wenn es aus Ihrem Vortrag etwas als persönlichen Nutzen für sich mitnehmen konnte, empfindet es das als “bereichernd” und ist zufrieden.

Ihr Blick erzeugt Kontakt

Im Wort Blickkontakt steckt nicht umsonst „Kontakt“. Halten Sie Blickkontakt so lange, bis Sie wirklich Kontakt spüren, jedoch nicht aufdringlich lange: mindestens zwei, maximal sieben Sekunden sind optimal. Sehen Sie alle Teilnehmer an, vergessen Sie insbesondere nicht die, die in den Ecken des Raumes sitzen, damit sich niemand benachteiligt fühlt. Bei großen Gruppen reicht es, in den hinteren Reihen einen anzusehen und es fühlen sich mehrere eingebunden. Nutzen Sie diesen Effekt.

Profi-Empfehlung: Betonen Sie wichtige Aussagen durch einen festen Blickkontakt, der noch einige Momente über den Satz hinausgeht – schweigend. So steigern Sie die Kraft Ihrer Aussage.

Ihr Ton macht die Musik

Sprechen Sie laut und mit vollem Ton, artikulieren Sie präzise. Es gibt nichts Schlimmeres, als einen Redner, den das Publikum nicht versteht, weil er zu leise spricht oder nuschelt. Auch das ist eine Sache der Übung. Je lebendiger und abwechslungsreicher Ihre Sprechweise, desto lieber hören Ihnen die Menschen zu. Sie sind leichter zu verstehen und durch eine gezielte Betonung machen Sie deutlich, welche Aussagen Ihnen besonders wichtig sind.

Dabei ist schnell zusammengefasst, was man formal machen kann, um wirksam zu präsentieren. Besonders hilfreich ist das System”KISS” (Keep it short and simple). Auch die Konversationsregel 10-20-30 ist zu empfehlen: Ein guter Power-Point-Vortrag hat nicht mehr als zehn Folien, dauert nicht länger als 20 Minuten und hat keine Schriftgröße unter Punktgröße 30.

Um wirklich wirksam zu sein, muss der Vortragende als Person überzeugen. 80 Prozent der Information werden schließlich über Mimik, Gestik und Stimme übertragen. Aber das scheint nicht ganz so einfach zu sein: Nicht umsonst haben laut einer Studie 41 Prozent der Befragten Angst, vor anderen Menschen eine Rede zu halten. Die Angst zu sterben, wurde von den gleichen Befragten nur zu acht Prozent genannt.

Die Angst entsteht im Kopf. Deswegen ist es wichtig, nicht in den eigenen Phantasien über das, was als nächstes passiert, unterzugehen, sondern in der Realität zu bleiben. Das wiederum heißt: Kontakt mit dem Publikum finden!

Blickkontakt zum Publikum halten

Aber wie stellt man Kontakt her? Versuchen Sie 90 Prozent der Redezeit, Blickkontakt zum Publikum zu halten. Falls Sie damit Schwierigkeiten haben, können Sie zum Übergang auf den Haaransatz schauen: Sie profitieren so von dem Teleprompter-Effekt. Nachrichtensprecher gucken auf den Teleprompter, der Zuschauer fühlt sich jedoch persönlich angesprochen.

Auch die Körperhaltung bei der Präsentation sendet Botschaften: Hände in den Hosentaschen oder verschränkte Arme wirken nicht etwa locker, sondern hilflos. Selbstbewusstsein wird ausgestrahlt, wenn die Beine durchgestreckt und leicht geöffnet stehen, die Arme gewinkelt sind und der Rücken gerade ist. Die Hände liegen aneinander. Ein Bleistift in der Hand hilft dabei.

Aber all das hilft nicht gegen trockenen Mund, hochschnellenden Puls und zusammenschnürenden Hals: Lampenfieber! Hier hilft doppelt so lange ausatmen wie einatmen, wenn man es mehrmals wiederholt. Schütteln Sie sich vorher mehrfach aus. Dass Sie sich mit dem Vortragsraum vertraut gemacht haben, sollte ohnehin klar sein.

Lampenfieber treibt zu Höchstleistungen an

Anfänger sollten sich zu Beginn der Präsentation ein sympathisches Gesicht unter den Zuhörern suchen. Auch hier gilt: Je stärker der Kontakt zu den Zuhörern, desto geringer die Panik. Interpretieren Sie Ihr Lampenfieber als das, was es ist: ein Antreiber zu Höchstleistungen.

Der nächste Schock: Der rote Faden reißt. Hier hilft am besten, Zeit zu gewinnen: Fassen Sie das Gesagte noch einmal zusammen. Oder noch cleverer: Machen Sie eine Denkpause, das wird als intellektuelle Größe ausgelegt. In diesen Pausen steigt allerdings die Gefahr der sogenannten Überbrückungslaute, und zu viele “Ähs” wirken unbeholfen. Gehen wir davon aus, dass Sie wissen, was Sie sagen wollen, dann helfen kurze Sätze. Hauptsachen in Hauptsätzen, heißt die Devise.

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Außerdem sollten Sie üben, auf den Punkt zu sprechen. Das bedeutet: Runter mit der Stimme am Ende des Satzes. Sonst denken alle, da kommt noch was. Wenn man immer mit der Stimme nach oben geht, leitet man nicht nur das Publikum, sondern auch sich selbst in die Irre. Sie selbst und das Publikum merken nicht mehr, dass der Punkt schon gemacht wurde.

Die dann entstehende Irritation beim Redner wird schnell wieder mit “Äh” gefüllt.

Manche Redner sprechen sehr schnell – entweder grundsätzlich oder aber, um Unsicherheit zu übertünchen. Wenn Sie sich also beim Reden entschleunigen müssen, versuchen Sie, Ihre Bewegungen stark zu verlangsamen. Ihre Stimme folgt der Körperspannung. Wenn Sie entspannen, werden Sie auch langsamer sprechen.

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