Trockene Inhalte spannend präsentieren

Fachlich anspruchsvolle Inhalte so aufzubereiten, dass die Zuhörer den Vortrag genießen, das ist die Herausforderung. Wie? Hier einige Tipps.

Trockene Inhalte spannend präsentieren

Als Wissenschaftler, Ingenieur, Rechtsanwalt, Steuerberater… haben Sie ohne Zweifel große Erfolge und weitreichende Ideen. Doch allzu oft sind die Ideen und Gedankengänge so tiefgreifend und fachlich anspruchsvoll, dass es schwierig ist, anderen Ihre Ideen zu vermitteln. Vor allem, wenn Sie einen Fachvortrag halten wollen oder eine Präsentation vorbereiten, müssen Sie die Inhalte so aufbereiten, dass auch fachfremde Zuhörer in Ihren Bann gezogen werden. Und selbst wenn alle Ihre Zuhörer vom Fach sind, ist es notwendig, den Stoff so aufzubereiten, dass es Ihren Zuhörern ein angenehmes Erlebnis beschwert. Doch das ist oft viel schwieriger als gedacht.

Während Sie selbst bezüglich Ihres Themas eine gewisse natürlich vorhandene Leidenschaft in sich tragen, sind Ihre Zuhörer vielleicht skeptisch oder gar gänzlich unbedarft. Zwischen Ihnen und Ihrer Zuhörerschaft zeigt sich also eine Art natürliche Kluft. Sie müssen mit Ihrer Darbietung erreichen, dass die Kluft zum Beispiel durch eine Brücke geschlossen wird. Es ist Ihre Aufgabe, diese Brücke mit Ihrem Vortrag zu bauen.

Den richtigen Einstieg finden

Am wichtigsten ist der erste Eindruck. Bereits hier entscheidet sich, ob man Ihnen zuhört oder ob Ihr Vortrag als potentiell langweilig eingestuft wird. Und für einen ersten Eindruck gibt es keine zweite Chance. Vor allem, wenn Sie Vortragender in einer Vortragsreihe sind, kann es schwer werden, das Interesse der Zuhörerschaft auf Ihr Thema zu lenken. Leider sind 90% aller Einleitungen falsch. Warum?

Weil die Redner häufig den Zweck der Einleitung nicht verstehen. Der Hauptzweck einer Einleitung besteht vor allem darin, Aufmerksamkeit zu erregen. Deshalb brauchen Sie für Ihren Vortrag oder Ihre Präsentation einen „lauten“ Einstieg. Sie müssen auf sich aufmerksam machen, dürfen dass aber nicht übertreiben. Sie brauchen also einen goldenen Mittelweg, um die Hörerschaft auf Ihre Seite zu ziehen. Wie das konkret aussieht, hängt von vielen Faktoren wie Zuhörerschaft, Thema und Rahmen ab. Hilfreich kann ein witziger Einstieg sein.

Allerdings sind die klassischen Einleitungen, die man immer wieder hört, dazu offensichtlich nicht geeignet. Die Vorstellung der eigenen Firma, der eigenen Person, des Themas etc. die Begrüßung einzelner Personen usw., all das hört man sehr häufig, dennoch erreicht man dadurch äußerst selten hohe Aufmerksamkeit. Was kann man statt dessen tun?

So kann man zum Beispiel im Vortrag eine neue Phantasie-Einheit für eine oft benötigte Größe einführen, die sich dann durch den gesamten Vortrag zieht. So bringt man Witz und Wissenschaft zusammen. Das geht jedoch nur in einem vergleichsweise lockeren Rahmen. Auf einer offiziellen Veranstaltung geht ein solcher Einstieg zu weit. Dort helfen zum Beispiel tagesaktuelle Themen. je nach Seriösität der Veranstaltung können Sie vom neuesten Promiklatsch bis hin zu wichtigen Wirtschaftsnews aus einer breiten Palette wählen. Untermauern können Sie diesen Einstieg am besten mit einer konkreten Aktion. Das bedeutet, Sie nehmen eine tagesaktuelle Zeitung zur Hilfe. Hierbei handelt es sich um ein sichtbares und anfassbares Objekt, das perfekt zu einem eher abstrakten Thema weiterleiten kann.

Manchmal eignen sich auch Zitate großer Persönlichkeiten zum Einstieg, gerne auch humorvolle Zitate. Man sollte allerdings darauf achten, dass man nicht jeden Vortrag immer mit einem Zitat beginnt, sonst ist man schnell als der Zitateonkel verschrien. Hier finden Sie weitere Anregungen: Die perfekte Einleitung.

Wenn Sie einen solchen Einstieg erst einmal geschafft haben, kann es fachlich weitergehen.

Grafische Untermalung

Wenn Wissenschaftler oder Ingenieure an Grafiken denken, fallen ihnen meist komplizierte Flußdiagramme, weitreichende Formeln oder mehrdimensionale Diagramme ein. Doch das ist für einen Vortrag mit einer gemischten Hörerschaft nicht angemessen. So inhaltsreich und vermeintlich selbsterklärend die Grafiken aus Ihrer letzten Veröffentlichung auch sein mögen, Sie sind für die Darstellung Ihrer Ideen und Forschungsergebnisse in einem Vortrag oder in einer Präsentation nicht geeignet.

Hier müssen einfache Grafiken her. Doch damit ist nicht etwa ein Excel-Diagramm, das einen linearen Zusammenhang präsentiert, gemeint. Vielmehr geht es darum, eine Aussage oder ein Ergebnis Ihrer Forschung visuell zu präsentieren. Vor allem der Einsatz von Farben ist in einer Präsentation zu empfehlen. Denn Menschen können visuell wahrgenommene Botschaften deutlich schneller aufnehmen als textuell dargestellte Inhalte. Dabei darf eine Grafik aber nicht mit Informationen überhäuft werden.

Konzentrieren Sie sich auf die Kernaussage des entsprechenden Themas und setzen Sie diese möglichst einfach um. Mehrdimensionale Diagramme zum Beispiel lassen sich optimal durch Farbfelder darstellen. Weißt man dann den wichtigen Punkten im Diagramm eine Signalfarbe wie Rot zu, so ist die Botschaft schnell und sicher zu erfassen. Achten Sie jedoch darauf, dass Sie nicht zu viele Farben auf einmal verwenden, denn das lässt die Kernaussage Ihres Themas schnell verwischen. Hierzu gibt es eine sehr hilfreiche Empfehlung, was beispielsweise die Verwendung von Powerpoint Folien anbelangt. Es nennt sich die 5-Sek. Regel. Jeder einzelne Zuhörer sollte ALLE Informationen, die auf der Folie dargestellt sind, innerhalb von max. 5 Sekunden erfassen können.

Der rote Faden

Die wichtige Signalfarbe Rot wurde bereits erwähnt. Das wird gern bei Vorträgen und Präsentationen mit einem abstrakten Begriff assoziiert, dem roten Faden. Dabei handelt es sich um eine klare Linie, die durch Ihre Präsentation führt. Möchten Sie den roten Faden auch visualisieren, so können Sie das sehr direkt umsetzen. Nutzen Sie als Navigation durch Ihren Vortrag einen roten Faden. Anhand der Platzierung der Unterthemen kann der Zuhörer sofort erfassen, wo Sie sich gerade befinden.

Die Gliederung Ihrer Präsentation sollten Sie als Gesamtheit zu Beginn Ihrer Präsentation darstellen. So weiß der Zuhörer, worauf er sich in den folgenden Minuten einlässt. Doch auch im Verlauf der Präsentation sollten Sie immer wieder, vor allem bei Themenwechsel, daran erinnern, an welchem Punkt Sie sich gerade befinden. Vor allem bei abstrakten, komplizierten Themen sollten Sie immer mit einer praktischen, möglichst alltäglichen Anwendung beginnen, mit dem Ihr Thema in Verbindung steht. Je simpler und alltäglicher Sie diesen ersten Punkt gestalten, desto weniger Hörer verlieren Sie aufgrund der hohen Komplexität Ihres Themas.

Wollen Sie zum Beispiel über die Wirkungsweise und den Wirkungsgrad eines neuen Windkraftsystems referieren, so ist das Basisthema der Strom. Mit einer Darstellung, die einige Bilder zur alltäglichen Stromnutzung enthält, haben Sie alle Hörer auf Ihrer Seite, denn alle Hörer, egal welcher Bildungsstufe, nutzen Strom. Auch zwischendurch oder nach sehr komplexen Abschnitten sollten Sie zu dieser Basis zurückkehren. Dann wird Ihr Vortrag für alle Zuhörer und vor allem für Sie ein voller Erfolg.

Viel Erfolg bei Ihrer nächsten Rede
Rüdiger Vogel, Rhetoriktrainer und Vortragscoach

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