Redenschreiber – kann das jeder werden?

Redenschreiber – kann das jeder werden?

Nicht jeder, der eine Rede halten muss, ist auch in der Lage eine Rede zu schreiben, denn oftmals fehlen einfach die Worte oder es fehlt die Zeit, sich über den Inhalt einer Rede Gedanken zu machen. Immer wenn das der Fall ist, dann ist ein professioneller Redenschreiber gefragt, denn er schreibt eine Rede, die zum Anlass passt und die der Redner dann einfach nur noch ablesen und natürlich auch richtig vortragen muss.

Worauf kommt es beim Schreiben einer Rede an?

Alle, die eine Rede schreiben, müssen zunächst einmal wissen, worum es in der Rede gehen soll und welches Publikum mit der Rede angesprochen werden soll. Wird eine Rede für ein überwiegend älteres Publikum gehalten, dann müssen die Worte entsprechend gewählt werden, denn Modeworte oder zu viele Anglizismen haben in einer solchen Rede nichts zu suchen. Anders sieht es bei einer Rede für ein junges Publikum aus, denn hier darf der Redner Mode- und Trendworte benutzen, wenn er seine Zuhörer erreichen will. Eine gute Rede sollte das Publikum mitreißen, denn nichts ist so schlimm wie eine langweilige Rede, bei der die Zuhörer verstohlen gähnen oder fortwährend auf die Uhr schauen.

Es kommt auf die richtigen Worte an

Professionelle Redenschreiber können Reden für alle Anlässe schreiben, aber auch ein erfahrener Redenschreiber muss seine Worte mit viel Sorgfalt wählen. Wer als Redenschreiber für einen Politiker arbeitet, der muss seine Worte besonders vorsichtig wählen, denn jedes falsche Wort kann zu großen Problemen führen. Manchmal sind es nur Kleinigkeiten oder sogar nur ein einziges Wort, die über eine gute Rede entscheiden. Wenn zum Beispiel bei einer Rede, mit der ein Mitarbeiter verabschiedet wird, der Satz fällt: „Herr X war immer dann, wenn es nötig war, einsatzbereit“, dann ist das negativ und sagt im Klartext aus, dass Herr X nichts aus eigener Motivation heraus getan hat, sondern immer nur dann bereit war etwas zu tun, wenn es nötig war.

Floskeln sind der Tod einer Rede

Redenschreiber, die sich keine allzu große Mühe machen wollen, die halten sich an leere Worthülsen und statt eines guten Inhalts gibt es nur Floskeln. Der Redner sollte sein Publikum unterhalten und auch informieren, aber das funktioniert nur, wenn die Rede auch detailliert ist und nicht nur aus Standardformulierungen besteht. Worte, wie „könnte, dürfte, sollte“ haben in einer guten Rede nichts zu suchen, der Redenschreiber muss dafür sorgen, dass die Rede auf den Punkt kommt. Sicher darf auch „schmückendes Beiwerk“ nicht fehlen, aber es sollte nicht den Großteil der Rede ausmachen.

Reden schreiben will gelernt sein

Wer als Redenschreiber arbeiten und Geld verdienen will, der muss Fantasie haben und sich vorstellen können, welche Punkte für den Redner von Bedeutung sind. Natürlich wird jede Rede, die ein Redenschreiber zu Papier bringt, mit dem jeweiligen Auftraggeber abgesprochen und es liegt am Redenschreiber, ob er seinen Kunden zu dessen Gunsten beeinflussen kann. Auch wenn der Inhalt der Rede vielleicht nicht unbedingt ein Knaller ist, ein versierter Redenschreiber schafft es, auch aus einem wenig spannenden Inhalt eine Toprede zu machen.

Wie wird man Redenschreiber?

Redenschreiber ist kein klassischer Ausbildungsberuf, denn praktisch kann jeder Reden schreiben, der sich stilistisch gut ausdrücken kann und der flexibel genug ist, sich immer wieder anderen Themen zu widmen. Redenschreiber führen ein Schattendasein, sie sind Ghostwriter, aber wer gut ist, der kann als Redenschreiber auch gutes Geld verdienen. Vielfach sind es Journalisten, die für andere Reden schreiben. Alle, die sich für den Beruf des Redenschreibers interessieren, die können sich an den Verband der Redenschreiber deutscher Sprache wenden und sich dort über den Beruf informieren. Wer gute Reden schreiben kann, der bekommt auch Aufträge, denn wirkliche Topschreiber sind rar und entsprechend begehrt.

 

„Redenschreiber gehören zur Elite des Wortes in Deutschland. Sie tragen Verantwortung für die Redekultur im Land. Denn sie leisten mehr, als nur die Gedanken des Auftraggebers in Worte zu fassen: Sie regen den Auftraggeber durch eigene Gedanken, Vorstellungen und Wissen an. Dadurch heben sie das rednerische Niveau des Auftraggebers“.

„Der Unterschied zwischen einer guten und einer fast guten Rede ist so groß wie der Unterschied zwischen einem Blitz und einem Glühwürmchen. (Mark Twain)“

„Sehr viele Reden in Deutschland langweilen und drücken das Gewollte nicht klar aus. Da will der VRdS Besserung schaffen. Wir wollen dieses Ziel sehr praxisorientiert auf zwei Wegen erreichen. Wer gleich besser reden will, kann sich eines Redenschreibers bedienen. Wir wollen den Berufsstand der Redenschreiber schaffen und in der arbeitsteiligen Dienstleistungsgesellschaft etablieren“.

„Ein Deutscher, ein Franzose und ein Engländer werden im fernen China zum Tode verurteilt. Jeder hat einen letzten Wunsch frei. Der Franzose wird als Erster gefragt. “Ich möchte noch einmal gut essen. Ein Sechs-Gänge-Menü mit Rotwein.” Er bekommt sein Essen und wird hingerichtet. Der letzte Wunsch des Deutschen: “Ich möchte noch eine große Rede halten.” Darauf der Engländer: “Bevor der Deutsche seine Rede hält, möchte ich erschossen werden.” Quelle

 

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