So üben Sie Ihre Rede oder Präsentation

Rede üben in fünf Schritten

Sieht man die Redner im Fernsehen, ist vom Lampenfieber nichts zu spüren. Aber den wenigsten ist es in die Wiege gelegt, vor großem Publikum frei zu sprechen. Nur wenige können sich vorstellen, wie intensiv sich auch die „großen“ Redner vorbereiten und üben. Wie sie muss man für eine Präsentation üben.

1. Vorbereitung der Präsentation

Es klingt banal, aber ehe man sich an das Rednerpult stellt, ist es notwendig, die gesamte Präsentation zu üben, und zwar so häufig wie möglich. Live und in Echtzeit, nur so erkennt man Schwächen und Formulierungen, die nicht funktionieren. Hatte man die Möglichkeit den Text hierfür selbst zu entwerfen, vereinfacht es die Sache kolossal.

In der Regel liegt die Zeitvorgabe für eine Präsentation bei 15-20 Minuten. Das Script, welches erarbeitet wird, sollte so gestaltet werden, dass man den Aufbau und Inhalt ohne umfangreiche schriftliche Vorlage, vortragen kann. Das Ziel ist so frei wie möglich zu sprechen. Sinnvoller ist, vor allem in der ersten Phase sich Stichwort-Karten anzufertigen, die einem helfen, wenn man den Faden einmal verloren hat, an jeder Stelle wieder direkt in das Thema einsteigen zu können.

Beginnen Sie rechtzeitig damit, die Rede oder Präsentation zu üben, am besten ist es mehrere Tage hintereinander jeweils eine Übungseinheit anzusetzen. Natürlich ist gut und authentisch, den Inhalt im eigenen Stil und in der eigenen Ausdrucksweise darzubieten. Ebenfalls sollte man dem Atmen, genauer den Atempausen Aufmerksamkeit schenken, die richtige Atmung hat enormen Einfluss auf Stimme und Ausdruck.

2. Rede üben vor kleinem Publikum

Für diesen ersten Test des Vortrags oder der Präsentation gibt es zwei Hintergründe. Zum einen sollten es Freunde, Bekannte oder Familienmitglieder sein, vor denen man laut und frei spricht, hier fällt es den meisten leichter und die Anspannung ist nicht ganz so groß. Zum anderen kann man von diesem Personenkreis ein ehrliches Feedback erwarten. Gut ist es, dieses Testpublikum vorher zu „instruieren“, worauf es besonders achten soll, zum Beispiel auf die Mimik, auf die Gestik, auf Füllwörter etc. Diese Kritik kann und sollte dann Grundlage für Änderungen und den weiteren Übungsprozess sein.

3. Körpersprache

Der nächste Schritt bei Präsentation über ist das Training der Körpersprache. Die beste Alternative zu sehen, was man für eine „Figur“ macht ist, sich selbst mit einer Kamera aufzunehmen. Achtung! Das erste Mal ist es für die meisten ein Schock. Natürlich geht es auch vor dem Spiegel zu üben oder vor eine Testperson, zum Beispiel dem Partner. Wenn sie diese allerdings schon öfter „beauftragt“ haben, wird die Bereitschaft vielleicht nicht mehr ganz so groß sein.  Die Kamera hat außerdem den Vorteil, dass sie unbestechlich und objektiv ist. So lässt sich beim Abspielen schonungslos feststellen was man während der Rede z.B. mit den Händen und dem Gesicht gemacht hat.

Es kommt nicht selten vor, dass man bei der ersten Betrachtung überrascht ist, was man zu sehen bekommt. Hier sollte man dann allerdings möglichst ehrlich mit sich selbst sein und genau überlegen, welche Wirkung die Körpersprache erzeugt, und wo Änderungen nötig und sinnvoll sind. Vielleicht sollten manche Gesten und mancher Gesichtsausdruck verstärkt werden – das ist die leichteste Änderung.

Möglicherweise erzeugt auch mache Körpersprache einen falschen Eindruck, hier sollte man dann der Ursache auf den Grund gehen. Stimmt vielleicht meine eigene Einstellung zum Thema nicht? Falls ja kann man daran arbeiten und wird in der Folge erleben, wie sich auch die Körpersprache ändert. Ebenfalls gut erkennbar auf einem Video sind nervöse „Ticks“, wie Tippen mit den Füßen, „Fuchteln“ mit den Händen oder die Hände überall nur nicht da wo sie sein sollen und vieles mehr. Und ein weiterer, wichtiger Aspekt sind Pausen. Sind diese ausreichend und vor allem an der richtigen Stelle?

4. Präsentation üben in Segmenten

In vielen Fällen kann man für eine Präsentation Folien vorbereiten. Diese sollten nach dem Chunking Prinzip angelegt werden. Was bedeutet das? Chunking wird auch manchmal mit Bündelung übersetzt und hat damit zu tun, dass sich einzelne Informationen gebündelt leichter merken und verarbeiten lassen. Klassisches Beispiel sind einzelne Buchstaben.

Wenn wir uns Buchstaben einzeln, unzusammenhängend, ohne Bedeutung merken wollen, ist die Anzahl eher gering. Merken wir uns Buchstaben nicht mehr einzeln sondern als Gruppe (idealerweise als Wort mit einer bestimmten Bedeutung) können wir uns wesentlich mehr merken. Im Chunking nennt sich das eine Information höherer Ordnung. Übertragen auf Präsentationen und Folien wäre es also nützlich, auf einer einzelnen Folie nur begrenzte Informationen wiede zu geben und eine bestimmte Anzahl zu einem Thema (einem Hauptpunkt) zusammen zu fassen.

Wenn Sie das richtig machen und gut üben, gehören Sie schon beinahe zu den Profis, denn dann können Sie Ihre Präsentation vortragen, ohne sich jedes Mal zu den Folien umdrehen zu müssen.

Dadurch bieten so erstellte und angeordnete Folien den Vorteil, dass die Inhalte gut im Gedächtnis abgespeichert werden können – dieser Vorgang wiederum wird vereinfacht durch häufiges Üben in kurzen Intervallen. Hinzu kommt noch die wichtige Erkenntnis, ob der vorbereitet Stoff in der Praxis wirklich so gut „läuft“, wie man sich das theoretisch ausgedacht hat. Hier gibt es keinen Ersatz für das Präsentation üben.

5. Rede üben in der Öffentlichkeit

Bei der Präsentation üben, ist der fünfte Schritt sich erstmals der Öffentlichkeit zu stellen. Gemeint ist nun nicht mehr die Familie oder Bekannte, sondern ein völlig fremdes Publikum. Ferner ist es, für das Rede üben, auch unabdingbar, sich an die Örtlichkeit des Auftritts, zu gewöhnen. Am besten wäre, für das Präsentation üben, eine Örtlichkeit, wo die Hilfsmittel, wie das Mikrofon und der Projektor schon einmal getestet werden können.

Alternativ sollte ein dem Vortragsort ähnlicher Raum gewählt werden. Einstellungen an der Technik können, beim Präsentation üben, vorgenommen werden. Auch wenn der Inhalt der Präsentation dem Publikum vielleicht fremd ist, kann man anhand der Reaktion feststellen, ob sie inhaltlich noch umgebaut werden muss, um das gewünschte Interesse zu erhalten.

Mit diesen fünf Tipps sollte es sich das Lampenfieber bei einer öffentlichen Präsentation in Grenzen halten. Mit dem ersten Schritt wird der Grundstein für den Erfolg gelegt. Die Feinheiten werden in den nächsten drei Schritten herausgearbeitet. Der Technik wird im letzten Punkt die nötige Beachtung geschenkt. Nun sollte bei der Präsentation nichts mehr schief gehen.

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