Körpersprache lügt nicht

Körpersprache lügt nicht oder „schweigend sprechen“

Wussten Sie, dass Sie sich mit Ihrem Gesprächspartner auf Mikroebene synchronisieren, das heißt, Ihre Körper reagieren in ihrer Sprache aufeinander auf für Sie nicht wahrnehmbarer Ebene? Klingt fast unheimlich, nicht wahr? Kein Wunder, dass es da heißt, Körpersprache lügt nicht. Aber keine Angst: Wir können zwar frei nach Paul Watzlawick „nicht nicht kommunizieren“, jedoch bleibt die beruhigende Tatsache, dass es auch noch eine bewusste Ebene gibt, die wir sehr wohl beeinflussen können und dort sollte man ansetzen.

Sinn und Unsinn der non-verbalen Kommunikation

Unsere Körpersprache ist eine faszinierende Mischung aus angeborenen und erlernten Verhaltens-weisen. Es ist weder nur unsere Mimik, die wirkt, noch nur die Sprache der Hände mit ihren Gesten, sondern unser ganzer Körper mit seiner Haltung und seinen Bewegungen, der aktiv mit unserem Gegenüber kommuniziert. Ich lade Sie ein, einmal den gesamten körperlichen Ausdruck von Vortragenden zu beobachten, die Sie beeindrucken, sowie von solchen, die eher das Gegenteil bei Ihnen auslösen. Denn Körpersprache lügt nicht. Keine Sorge, die Aufgabe besteht nicht darin, mit einem Fernglas bewaffnet Mundwinkelfalten zu zählen oder die Frequenz des Lidschlags zu registrieren.

Nein, lehnen Sie sich gemütlich zurück, beobachten Sie die Person im Stehen, beim Gehen, die Körpersprache lügt nicht und verschafft Ihnen wichtige Informationen:

  • Wirkt der Körper auf Sie entspannt oder angespannt?
  • Schauen Sie gern hin oder macht Sie die Person nervös oder unruhig?
  • Wie ist die Haltung der Schultern?
  • Wirken die Bewegungen zögerlich oder zielgerichtet?

Dann vergleichen Sie überzeugende und weniger überzeugende Redner, finden weitere Merkmale und beobachten und experimentieren im Alltag.

Soweit sehr einleuchtend, natürlich wird ein erfahrener Herrscher nicht die Schultern hängen lassen oder doch? Ist es nicht so, dass nicht immer der ganze Körper mitspielt, wenn es darum geht, überzeugend zu wirken?

Experimentieren Sie mit der eigenen Wirkung

Es geht hier nicht um einen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern lediglich um eine Anregung, zuerst zu beobachten und dann selber zu erleben, wie die Körperhaltung und -bewegung und die Wahrnehmung der eigenen und fremder Kompetenzen zusammenhängen.  G

ehen Sie nun einmal bewusst mit der inneren Haltung „Das schaffe ich heute nicht“ in einen Supermarkt und beobachten Sie Ihren Körper dabei, wie er sich in Haltung und Körper verändert und vor allem auch, wie die Reaktionen der Umwelt auf Sie ausfallen, denn Ihre Körpersprache lügt nicht.

Am nächsten Tag wiederholen Sie das Experiment mit der umgekehrten Haltung „Das schaffe ich“. Die zweite Variante ist auch für Ihren Arbeitsplatz geeignet.

Die Körpersprache des Redners

Welche Schlussfolgerungen und welche Anregung können nun alle, die Reden, Vorträge oder Präsentationen vor Publikum halten daraus ziehen?

Was bedeutet für diese Personengruppe der Umstand: „Körpersprache lügt nicht“?

Wie bereits oben erwähnt, drückt die Körpersprache unsere innere Haltung, unseren inneren Zustand aus. Also, fühlt sich jemand als Verlierer, ist jemand extrem niedergeschlagen können aufmerksame Beobachter dies sehr schnell erkennen.

Das bedeutet, unsere Körpersprache als Redner „speist“ sich ebenfalls aus unserer inneren Haltung, in diesem Fall aus unserer Haltung zu dem Thema das wir vortragen. Anders ausgedrückt, unserer Körpersprache spricht eine lebhafte und erkennbare Sprache in Bezug auf unsere eigene Überzeugung.

Sie können mit noch so vielen Worten und mit noch so überzeugender Stimmlage versuchen, ihren Zuhörern klar zu machen, wie überzeugt Sie von dem positiven Ergebnis einer Sache sind, wenn Sie selbst nicht daran glauben, wird man dies an Ihrer Körpersprache erkennen.

Genau das bedeutet: Körpersprache lügt nicht.

Das stellt uns Redner natürlich vor besondere Herausforderungen. Es bedeutet für uns, dass wir uns mit unserem Thema, mit den einzelnen Aspekten extrem intensiv auseinander setzen sollten, dass wir so lange daran arbeiten bis wir in uns selbst die eigene Überzeugung und Begeisterung für das Thema wachsen sehen, dann haben wir die richtige Haltung, das Thema dem Publikum zu präsentieren und dann wird unsere Körpersprache auch überzeugend sein.

Was aber kann man dann überhaupt trainieren, wenn es um Körpersprache geht?

Den Ausdruck, oder die Ausdruckstärke lässt sich natürlich variieren und trainieren.

Ein kleines Beispiel:

Sie haben etwas Freudiges zu präsentieren und möchten dies auch durch entsprechende Mimik deutlich machen, und versuchen ein Lächeln zustande zu bringen. Wenn Sie aber nach Feedback fragen, stellt man fest – ja, eine kleine Bewegung der Mundwinkel konnte man erkennen, wenn man genau hingeschaut hat.

Wie kann das denn sein?

Das liegt daran, weil wir in unserem „normalen“ Leben was Mimik und Körpersprache angeht, eher unterentwickelt sind. Im Berufsleben wird oft erwartet, dass wir unsere Gefühle und Emotionen nicht deutlich nach außen tragen. Als Redner sollen wir aber genau dies tun.

Natürlich kann man dies nicht einfach von heute auf morgen ändern. Deshalb braucht es hier Training und Übung, damit unsere Körpersprache nicht nur stimmig ist, sondern auch so ausdruckstark, dass sie auch für ungeübte Beobachter gut erkennbar ist.

Authentische Reden

Und dann denken Sie an all diese Erfahrungen, an Ihre persönlichen Erfahrungen in Ihrem Körper, bevor Sie das nächste Mal eine Rede vor Menschen halten, schließen Sie einen Moment die Augen und erinnern Sie sich, wie es sich in Ihrem Körper anfühlt, überzeugend zu wirken, nehmen Sie diese Haltung ein, mit dem ganzen Körper.

Sie werden sehen, Ihre Körpersprache lügt nicht und die Wirkung Ihrer authentischen körperlichen Überzeugungskraft wird nicht ausbleiben!