Doppelte Wirkung für die nächste Präsentation – Teil 2

Wie es mit 5 einfachen Prinzipien möglich ist, die Wirkung Ihrer Präsentationen mindestens zu verdoppeln und so Ihre Karriere zu beschleunigen.
Im ersten Teil dieser Artikelserie ging es um die ersten beiden Prinzipien, die Ihrer Präsentation deutlich mehr Wirkung verleihen, es ging um die Konzentration auf das Wesentliche und zu viel Inhalt, der eher ablenkt zu vermeiden. Außerdem lautete die Anregung, sich auf die Kern-Botschaft zu fokussieren.

Möchten Sie den 1. Teil dieses Artikels nochmal lesen, finden Sie den Teil 1 hier.
Gute Präsentationen sind ganz einfach – 5 Prinzipien

Hier nun Prinzip 3-5.

Prinzip 3: Einfache Sprache – Einfache Aussagen

Viele Redner glauben, sie müssen eine möglichst gehobene Sprache benutzen mit möglichst vielen Fremdwörtern und Fachausdrücken. Dahinter steckt meist eine gewisse Unsicherheit, sowie der Wunsch, möglichst kompetent zu wirken.

Leider vergessen die meisten, sich die wichtigste Frage zu stellen: Was ist eigentlich mein Ziel, und wie erreiche ich es bzw. was sollte ich vermeiden. Allgemein gesprochen, besteht das Ziel eines Redners in aller Regel darin, seine Zuhörer zu überzeugen, sei es von einem Produkt, von einer Idee, von einem neuen Projekt oder auch von sich selbst. Immer steht der Überzeugungsprozess völlig im Mittelpunkt. Was hilft Ihnen dabei, dieses Ziel zu erreichen? Wenn Sie eine Sprache verwenden, die jeder in Ihrer Zuhörerschaft ohne Probleme versteht, im besten Fall vielleicht sogar durchsetzt mit Beispielen und Metaphern aus dem Leben der Zuhörer, so dass auch die Anwendung leicht fällt. Was glauben Sie, wann erreichen Sie eher die Überzeugung Ihrer Zuhörer:

1.) Wenn Sie häufig Fachausdrücke und Fremdwörter verwenden und der Großteil der Zuhörerschaft zwar davon überzeugt ist, dass Sie eine gute Bildung genossen haben, gleichzeitig aber ein guter Teil Ihres Publikums leider nicht verstanden hat, was Sie eigentlich von Ihren Zuhörern wollen?

Oder

2.) Wenn Sie eine einfache Sprache verwenden, Wörter die jeder versteht, Bilder, Beispiele Geschichten und Metaphern verwenden, die sofort ins Hirn gehen, unterhaltsam, spannend und gleichzeitig logisch überzeugend sprechen und es ihren Zuhörern leicht machen, zuzuhören und überzeugt zu werden.

Ich denke, die Antwort liegt auf der Hand. Und zum Thema Kompetenz: Eine der wichtigsten und gleichzeitig schwierigsten Fähigkeiten besteht darin, schwierige, komplexe Sachverhalte so einfach zu vermitteln, dass sie jeder versteht. Das ist wahre Kunst.

Prinzip 4: Inhalte zum Leben bringen

Bestimmt haben Sie schon einmal gehört, wie wichtig es ist, dass der Redner auch tatsächlich von dem überzeugt ist, was er sagt, oder wie Augustinus sagte: In Dir muss brennen, was Du in anderen anzünden möchtest. Doch diese innere Überzeugung muss auch auf die richtige Art „transportiert“ und gezeigt werden. Hier gilt die Empfehlung: Machen Sie es Ihren Zuhörern, leicht, einfach, angenehm. Fragen Sie sich einfach, wem würde ich selbst lieber zuhören, wenn ich die Wahl hätte? Es geht also darum, ihre Inhalte nicht einfach nur sachlich und logisch zu präsentieren, sondern das ganze unterhaltsam, spannend, mit Humor und Dramaturgie so zu präsentieren, dass die Zuhörer nicht einfach überzeugt sind, sondern aus dem Staunen nicht heraus kommen, Ihnen vor Spannung an den Lippen kleben, starke Emotionen entwickeln und am Ende nicht anders können, als JA zu sagen. OK, es könnte sein, dass diese Schilderung für Sie als Redner vielleicht etwas einschüchternd klingt und man sich denkt: Wie soll ich das denn hin bekommen? Ich bin ja schon froh, wenn ich nichts vergesse!

Na ja, Sie haben natürlich recht, aber auch hier hilft das Bemühen eines lange bekannten Spruchs: Nichts wird so heiß gegessen, wie es gekocht wird. Sprich: Ja, die Latte hängt hoch, aber Sie müssen ja nicht gleich im ersten Anlauf darüber springen. Oder anders ausgedrückt, wenn wir schon bei Plattitüden sind: Auch der längste Weg beginnt mit dem ersten Schritt. Genauso ist es auch hier. Entscheidend ist zunächst mal, sich überhaupt darüber klar zu werden, dass ich etwas an meinem Vortragsstil ändern möchte.

Beginnen Sie vielleicht damit, mehr Humor in Ihre Rede oder Präsentation einzubringen, gut dosiert, nicht zu aufdringlich, nur bei Passagen wo es passt. Wenn das funktioniert bauen Sie weitere Humor Bausteine ein, es gibt ja eine ganze Reihe verschiedener Methoden, wie man Humor transportieren kann. Versuchen Sie diesen Punkt nach und nach auszubauen und zu perfektionieren, so lange, bis Sie sich damit richtig wohl fühlen und sich spürbar von anderen abheben.

Danach gehen Sie zu dem Punkt Spannung. Versuchen Sie Inhalte in kleine Geschichten einzubauen. Lernen Sie wie man spannend erzählt, dazu vor allem Modulation und Körpersprache einsetzt, wie man eine regelrechte Dramaturgie aufbauen kann, auch indem man mit Medien richtig umgeht. Dazu gehört auch der richtige Umgang mit PowerPoint, die passenden, wirksamen Folien, gezeigt zur richtigen Zeit, vorher angekündigt und mit Spannung erwartet. Auch diesen Punkt bauen Sie langsam aus, bis Sie es auch hier so weit gebracht haben, dass Sie sich von anderen deutlich abheben. Wenn Sie an dieser Stelle sind, haben Sie schon damit begonnen, das Prinzip Nummer 5 umzusetzen.

Prinzip 5: Authentizität – Echtheit – Lebendigkeit – Glaubwürdigkeit – Natürlichkeit

Sind Sie soweit gekommen, beherrschen Sie also Spannung und Dramaturgie sowie Humor. Ich kann Ihnen versprechen, dass Sie alleine mit diesen beiden Punkten schon einen riesigen Vorsprung vor 95% aller Redner und Präsentatoren erarbeitet haben. Und schon lange hat es begonnen, Ihnen Spaß zu machen, vor Publikum zu reden, Ihr Publikum in atemlose Spannung zu versetzten, mitzureißen wo gewollt, zum Lachen und Schmunzeln zu bringen, aber auch zum Nachdenken, wo es wichtig ist. Wenn Sie an dieser Stelle sind, werden Sie mit Erstaunen feststellen, dass es doch gar nicht so schwierig war, wie gedacht und vor allem viel mehr Spaß gemacht hat.

Jetzt ist es an der Zeit, genauer über Ihre Wirkung nachzudenken und diese bewusst einzusetzen. Wie bereits an früherer Stelle beschrieben, ist die eigene, feste tiefe Überzeugung eine essentielle Voraussetzung dafür, dass Sie Ihre Zuhörer erreichen und überzeugen können. Doch diese Überzeugung zu haben ist das eine, sie zum Ausdruck zu bringen, zu zeigen ist das andere. Im Prinzip 4 haben wir darüber gesprochen, wie wichtig es ist, Inhalte zum Leben zu bringen, dazu gehört auch, dass Sie das auf eine Art und Weise tun, die zu Ihnen passt, die also „echt“ ist oder glaubwürdig. Ein Beispiel: Nehmen wir an, Sie sind eher ein introvertierter Mensch und Ihr Publikum kennt Sie auch so. Dennoch haben Sie eine sehr symphytische, warmherzige Art und einen leisen, trockenen Humor. Was würde passieren, wenn Sie nun versuchen, als Redner jemand nachzuahmen, der sehr extrovertiert ist und in jeden zweiten Satz einen Gag einbaut? Davon abgesehen, dass es bei Ihnen wahrscheinlich nicht funktionieren wird, wirken Sie sehr wahrscheinlich „verstellt“, unecht“ eben nicht glaubwürdig. Oder, um mit einem Fremdwort zu sprechen: Ihnen fehlt die Authentizität. Bleiben Sie lieber bei Ihrer Art, und versuchen Sie im Rahmen dessen als Redner Ihre Stärken hervorzuheben. Es schaffen nicht viele Redner, warmherzig und sympathisch rüber zu kommen. Wenn das Ihre Stärke ist, dann setzen Sie diese bewusst ein. Das schafft Vertrauen und Glaubwürdigkeit und ist elementar um Ihr Ziel zu erreichen.

Haben Sie einige dieser Prinzipien in ihren eigenen Präsentationen bereits angewandt? Welche Erfahrungen haben Sie damit gemacht? Oder waren Sie schon einmal Zuhörer in einer Präsentation, in der diese Prinzipien verwendet wurden? Wie war ihr Eindruck?

Ich freue mich darüber, wenn einiges von dem hier Geschriebenen, Ihnen helfen kann, bei Ihrer nächsten Präsentation mehr Wirkung zu erzielen. Wenn dem so war, berichten Sie mir doch davon, am liebsten per Mail, an info@vogeltraining.de

Haben Sie Interesse daran, diese Prinzipien zu vertiefen und professionell zu trainieren? Hier gibt es Infos und Trainings-Termine dazu: www.praesentations-training.de

Viele Grüße
Rüdiger Vogel
Rhetoriktrainer und Vortragscoach

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