Die 10-20-30-Regel für gute Powerpointpräsentationen

„Sprich nie unter anderthalb Stunden, sonst lohnt es sich gar nicht erst anzufangen“ hat Kurt Tucholsky in seinem satirischen Kurztext „Ratschläge für einen schlechten Redner“ einmal empfohlen. Das trifft, als Negativempfehlung wohlgemerkt, auf Powerpointpräsentationen noch weit mehr zu. Obwohl hinter vielen Präsentationen eine Menge Vorbereitung steckt, scheitern sie doch oft in der Umsetzung. Nicht selten hängt dies damit zusammen, dass entweder das Zeitbudget falsch geplant wurde oder der Redner bei dem Versuch ins Straucheln gekommen ist, die technischen Möglichkeiten der Präsentationsart zu sehr auszureizen.

Für eine Präsentation, die ihr Zielpublikum auch erreicht, gibt es die 10-20-30-Regel. Sie wurde von Guy Kawasaki, einem echten Präsentationsprofi aus dem Silicon Valley, begründet. Kawasaki hat damit eine Faustregel aufgestellt, um typische Powerpoint Fehler zu vermeiden. Welche sind dies – und wie glückt eine bessere Präsentation?

10 Folien statt Folienmarathon

Eine schlechte Präsentation bedient sich der Folien nur als Ersatz eines Teleprompters. Anstelle freier Rede liest der Vortragende lediglich ab – und dies möglich schnell, damit die lange Folienreihe auch abgearbeitet werden kann. Er macht damit also gleich zwei Powerpoint Fehler. Präsentationen wie diese laden nicht zur Diskussion ein und sind langweilig wie eine uninspirierte Neujahrsansprache.

Mit der Selbstbegrenzung auf maximal 10 Folien macht man es besser. Auch und gerade dann, wenn man inhaltlich in einem Thema sehr versiert ist, lohnt sich diese Reduktion. Erstens wird die Präsentation nicht zum Folienmarathon, bei dem man auf der Strecke das Publikum verliert. Zweitens lässt sich durch weniger Folien die freie Rede besser entwickeln.

20 Minuten statt never ending story

Auch Vortragende, die mit den Redezeiten Fidel Castros oder der Aufführungszeit einer Oper von Richard Wagner wetteifern wollen, gibt es genügend. Wie man aus der Forschung weiß, sind Menschen aber gerade bei Frontalvorträgen nur für kurze Zeit empfänglich. Nach spätestens 45 Minuten wird ihre Konzentration erloschen sein. Wenn Sie dann nicht gerade einen Promifaktor mitbringen, haben Sie Ihr Publikum zu dem Zeitpunkt längst abgehängt.

In der Kürze liegt die Würze: Wer sich selbst auf 20 Minuten beschränkt, hängt sein Publikum nicht ab. 20 Minuten kann man sich konzentrieren. Wenn Sie in dieser Zeit einen spritzigen Vortrag halten, wird man Sie anhören und anschließend auch gerne mit ihnen diskutieren. Besser in 20 Minuten einen roten Faden entwickeln und diesen merklich unterstreichen, als in 2 Stunden vom Hundersten ins Tausendste zu kommen.

30 Punkt Schriftgröße und keinen Punkt kleiner

Ein Folienvortrag von einer Folie, die man nicht entziffern kann, ist ein schlechter Folienvortrag. Folien mit zu kleiner Schrift sind dennoch ein weitverbreiteter Powerpoint Fehler. Viele Vortragende packen ihre Folien entweder zu voll, versuchen ellenlange Zitate an die Wand zu werfen oder verschätzen sich schlicht in der Schriftgröße.

Die Folien eines guten Powerpointvortrags kann man auch aus der letzten Reihe problemlos lesen. Als Faustregel empfiehlt sich daher beim Setzen des Textes eine Schriftgröße von 30 Punkt als Mindestmaß. Damit wird erstens dazu beigetragen, dass der trivialste Powerpoint Fehler umgangen wird und dass die Folien von jeder Position im Raum auch gelesen werden können. Zweitens trägt dies dazu bei, dass der Vortragende seine eigenen Folien nicht überfüllt.

10-20-30 als Faustregel

Die 10/20/30-Regel ist eine Faustregel. Sie soll einen bei der Vermeidung klassischer Powerpoint Fehler unterstützen und zu einem freieren Vortrag ermutigen. Ein Standard-Rezept im eigentlichen Sinne bietet sie aber gerade nicht. Wenn eine Präsentation gut in Erinnerung bleiben soll, muss sie aus dem Rahmen fallen und Ihren Zuhörern etwas bieten, das diesen in Erinnerung bleibt. Ein gängiger Powerpoint Fehler ist, dass diese sich zu sehr nach der Schablone richten: aber dadurch gleichen sie einander oft wie ein Ei dem anderen. Womit haben Sie in einer Powerpointpräsentation Ihr Publikum einmal wirklich eiskalt überrascht?

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