Der Aufbau eines Argument.

Argumente und Argumentation

Ein Argument ist ein sprachliches Mittel, welches, vereinfacht ausgedrückt, dazu dient sein Gegenüber von etwas zu überzeugen.
Das Argument ist eine Aussage, die meistens als Beispiel oder als eine andere Form der Veranschaulichung dient. Der Zweck dieses Beispiels ist eine voran gegangene Aussage zu beweisen. Es gibt verschiedene Formen von Argumenten, die mehr oder minder einen Anspruch auf Logik haben. Da Menschen jedoch in der Realität nur bedingt logisch denken und handeln, ist die Theorie zur Argumentation und Argumenten nur für Akademiker von größerer Bedeutung. In der Praxis ist viel wichtiger wie ein gutes Argument aufgebaut sein muss und wie es vermittelt werden sollte.

Aufbau eines guten Arguments

Der tatsächliche Inhalt eines Arguments ist tatsächlich irrelevant. Wollte man jemandem eine Tatsache erklären, müsste man weder diskutieren, noch argumentieren, sondern schlichtweg einen Beweis für die eigene Behauptung vorlegen. Da man jedoch üblicherweise keinen handfesten Beweis hat, oder aber, wie es viel häufiger vorkommt, es keine alleinige Wahrheit gibt, sondern sowohl bestimmte Argumente sowohl für als auch gegen eine Sache sprechen können, geht es nicht in erster Linie darum Recht zu haben, sondern Recht zu bekommen, oder anders ausgedrückt, das Gegenüber überzeugen zu können! Die Kunst der Rhetorik liegt darin, seinen Standpunkt mit guten, schlüssigen, nachvollziehbaren und wenn möglich scheinbar unwiderlegbaren Argumenten zu überzeugen, wohl wissend, dass es keine alleinige Wahrheit gibt. Dies ist nur möglich, wenn das Argument logisch erscheint. Dies erreicht man oft sehr gut durch in dem man in kleinen Schritten Zustimmung erzeugt, durch eine Reihe aufeinander aufbauenden Behauptungen, denen das Gegenüber wahrscheinlich zustimmen dürfte. Entscheidend dabei ist, ob der Gesprächspartner oder die Zuhörer die aufgestellten Behauptungen akzeptieren, das ist die VoraussetzungOb diese Behauptungen tatsächlich stimmen ist letztlich irrelevant. Es geht lediglich darum die zu überzeugende Person glauben zu lassen, dass die Behauptungen stimmen.

Um dies zu erreichen benötigt man drei Dinge: 1. möglichst umfangreiches Wissen zum diskutierten Thema, 2. Menschenkenntnis und 3. ein gewisses sprachliches Talent. Das Wissen zum Thema ist besonders wichtig, da es ein Argument besonders stichhaltig macht, indem man tatsächliche Fakten vorzuweisen hat. Diese stehen nicht zur Diskussion und sind gültig, solange sie selbst nicht auf Richtigkeit überprüft und revidiert werden. Fakten lassen sich auch ohne Sprachtalent vermitteln und erlauben besonders einfaches Argumentieren. Menschenkenntnis ist hilfreich, falls das Gegenüber eine vorgefasste Meinung hat und eher auf subjektiver und emotionaler Ebene entscheidet. Hierbei handelt es sich um Glaubensfragen, die nur beeinflusst werden können, wenn man die Denkweise und Gefühlswelt seines Gegenübers versteht und sich in diese hinein versetzen kann. Dadurch kann man auch mögliche Gegenargumente selbständig finden und bereits wiederlegen bevor das Gegenüber sie überhaupt äußert. Letztlich ist die Sprache und die Form der Argumentation von zentraler Bedeutung.

Wie ein Argument vermittelt wird

Wichtig ist von seiner eigenen Aussage überzeugt zu sein. Wer das eigene Argument nicht glaubt, kann es auch nicht glaubhaft vermitteln. Eine gewisse Portion Selbstbewusstsein ist somit unverzichtbar. Dazu zählen auch Dinge wie die Stimmlage, die Lautstärke und Körpersprache. Im Zweifelsfall ist hierfür Übung notwendig. Darüber hinaus muss die Wortwahl sehr durchdacht sein. Leere Phrasen wie „eigentlich“ oder „quasi“ bieten Angriffsfläche und können auch das beste Argument vollkommen unglaubwürdig erscheinen lassen und wertlos machen.

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