Affirmationen für Redner

Die nächste Rede oder Präsentation steht an und schon beginnen die Gedanken zu kreisen. Hier eine Technik zur Stärkung des Selbstvertrauens.

Affirmationen für Redner

Affirmationen, oder die wunderbare Kraft des Unterbewusstseins. Affirmationen sind eine Art Suggestion, genauer gesagt eine Auto-Suggestion. Wir sind in der Lage uns Dinge zu suggerieren, sodass wir diese Gedanken später umsetzen, weil wir daran glauben. Das funktioniert übrigens bei uns allen, auch wenn viele das für abwegig halten. Eine der bekanntesten Auto Suggestionen ist heute bekannt als der Placebo Effekt. Affirmationen können im positiven, aber auch im negativen eingesetzt werden. Wenn Sie einem Menschen mehrere Wochen einreden, er sei dumm, wird er das am Ende auch glauben, das gilt insbesondere dann, wenn das Unterbewusstsein noch sehr empfänglich ist, zum Beispiel wenn Eltern zu ihren Kindern reden. Recht häufig werden Kindern hier negative Suggestionen „eingepflanzt“, zum Beispiel bei Aussagen wie: „Du bist einfach zu dumm dafür.“ oder „ Das schaffst du nie.“ etc. Das Dramatische daran ist, dass diese Beispiele Realität sind, jeden Tag tausendfach werden erhalten Kinder so eine fatale Prägung. Natürlich kann man die gleiche Technik auch positiv verwenden, um einen Aspekt davon geht es hier in diesem Artikel.

Es gibt verschiedene Formen der Affirmation. Eine der Formen ist die Autosuggestion. Ein Erfinder oder besser Entdecker der Autosuggestion, ist der französische Apotheker Emile Coue‘. Überliefert wird ein Schlüsselerlebnis, nachdem er einem Mann, der als unheilbar galt, ein Medikament zusammen mixte, das dem Mann schließlich Heilung verschaffte. Coue‘ wusste aber, dass alle Bestandteile dieses Medikaments wirkungslos waren, also musste die Heilung auf einen anderen Effekt zurück gehen. Neugierig geworden veränderte und verfeinerte er diese Vorgehensweise immer wieder und hat schlussendlich herausgefunden, dass unsere Selbstheilungskräfte extrem stark sein können, wenn man nur daran glaubt. Diesen Glauben hat er verstärkt durch „Medikamente“, von denen seine Patienten nicht wussten, dass es wirkungslose Substanzen waren, verbunden mit Sätzen, die den Glauben an die Heilkraft des Medikaments verstärkten. Er fand heraus, dass es sehr darauf ankommt, was man dem Patienten zu dem Medikament sagt.

Was er herausgefunden hat, ist heute ein unverzichtbarer Bestandteil der modernen Medizin und jedem bekannt unter dem Namen Placebo-Effekt. Es erfolgt eine Besserung oder Heilung nicht aufgrund der Substanzen, die man bekommt, sondern weil man an die Wirksamkeit dieser Substanzen glaubt. Mit dieser Methode werden noch heute große Heilerfolge in der Medizin erzielt. Diese Therapie ist äußerst erfolgreich bei Menschen, mit seelischen und psychosomatischen Leiden, aber auch andere Erkrankungen können wirksam damit behandelt werden, wenn man es schafft, die internen Selbstheilungskräfte zu aktivieren. Diese Form der Autosuggestion lässt sich natürlich auch auf andere Bereiche anwenden und übertragen.

Zwei der bekanntesten Persönlichkeiten die Affirmation genutzt haben, sind Thomas Edison und Walt Disney. Thomas Edison wurde von seinen Lehrern als zu dumm dargestellt. Sie behaupteten sogar, er wäre zum dumm um zu lernen. Thomas Edison erfand die Glühbirne. Walt Disney. Walt Disney der US-amerikanische Filmproduzent wurde mit seinen Zeichentrickfiguren weltweit bekannt. Er wurde in jungen Jahren von einem Zeitungsverlag gefeuert, mit der Begründung, es mangele ihm an Ideen und Vorstellungskraft. Zwei Persönlichkeiten, die mit dem nötigen Willen, und mit Hilfe der richtigen Affirmationen erfolgreich und bekannt wurden.

Wie können Redner diese Technik als Hilfe benutzen?

Sie kennen das sicher, vor Ihnen steht jemand und erzählt eine Geschichte nach der anderen und jeder der Anwesenden hört gebannt zu. Jedes Wort, jede Anekdote und jede Geste sitzt, fast wie einstudiert. Sicher es gibt Naturtalente, denen es keinerlei Schwierigkeiten bereitet, Menschen mit ihren Reden zu unterhalten, aber es gibt auch genügend Menschen, denen dieses Talent nicht in die Wiege gelegt wurde. Doch jeder von uns kann lernen, vor einem Publikum zu sprechen und die Zuhörer sowohl zu informieren als auch zu unterhalten und vor allem zu überzeugen.

Das größte Problem

Was ist dabei manchmal das größte Problem? Wir selber sind es. Wir stehen uns manchmal einfach selbst im Weg, indem wir uns völlig auf unsere Ängste konzentrieren, darauf, was alles passieren kann, wie stark mein Lampenfieber ist usw. Das Ergebnis? Wir fühlen uns schlecht und völlig außerstande, eine Rede oder Präsentation souverän zu halten.

Wenn man darüber nachdenkt, ist das kein Wunder, denn unbewusst, haben wir gerade von der Technik der Auto Suggestion Gebrauch gemacht, allerdings im negativen Sinn. Wir reden uns regelrecht ein, dass wir es nicht schaffen, und dann stimmt das auch.

Besser ist es, den positiven Weg zu beschreiten. Natürlich reicht es dazu nicht aus, einfach nur 10x aufzusagen: Ich schaffe es. Nein, das wäre wirklich Humbug und so einfach ist es auch nicht. Der positive Weg beginnt zunächst einmal mit richtig guter Vorbereitung. Sie sollten imstande sein, folgende Fragen zu beantworten:

Was ist mein Ziel?
In welchem Zustand sollen meine Zuhörer am Ende der Rede sein?
Was möchte ich, dass meine Zuhörer am Ende meines Vortrages denken und tun?
Wer ist mein Publikum? Welche Personen kommen?
Mehr Männer oder mehr Frauen? Welcher Bildungsgrad?
Warum kommen die Zuhörer? Was erwarten Sie zu hören?
Welche Hilfe kann ich meinen Zuhörern bieten?
Wie kann ich Ihnen verstehen helfen, dass dies tatsächlich eine große Hilfe ist?
Mit welchen Vorurteilen oder Einwänden muss ich rechnen?
Welche Argumente habe ich dafür?
Wie würde ich mich an Stelle meiner Zuhörer fühlen?

Nachdem Sie sich inhaltlich sehr gut vorbereitet haben, und alle o.g. Fragen beantworten können, geht es an den persönlichen Teil der Vorbereitung und hier kommen jetzt die Affirmationen ins Spiel. Sie wissen, dass Sie bestens vorbereitet sind und Sie wissen darum, dass Sie für Ihre Zuhörer eine große Hilfe sein können. Was Sie nun benötigen, ist Selbstvertrauen und hierzu benutzen Sie Ihre Affirmationen. Was eignet sich dazu? Welche Sätze? Wir hatten eingangs schon erwähnt, dass es sich soz. um eine Art von Selbstbestätigung handelt. Wichtig hierbei, ist die positive, zielgerichtet Formulierung, also nicht: Ich werde kein Lampenfieber haben, sondern besser: Ich fühle mich frei und freue mich auch den Vortrag. Wenn man noch keine Erfahrung mit Affirmationen hat, muss man sicherlich etwas probieren. Es fühlt sich am Anfang vielleicht etwas merkwürdig an. Machen Sie trotzdem trotzdem weiter. Versuchen Sie es mit verschiedenen Affirmationen und wählen Sie diese, die Ihnen am meisten zusagt. Hier einige Beispiel Formulierungen:

Ich fühle mich gut vorbereitet und werde mein Publikum unterhalten.
Ich freue mich auf den Auftritt und nutze mein Lampenfieber um Energie daraus zu gewinnen.
Ich weiß, dass ich den Zuhörern eine wichtige und hilfreiche Botschaft zu vermitteln habe.
Ich freue mich auf die Rede, weil ich wichtige Inhalte zu vermitteln habe.
Ich bin gespannt auf das Publikum und freue mich auf die Reaktion des Publikums.
Ich werde einen beeindruckenden Vortrag halten und meine Zuhörer restlos überzeugen.
Ich werde mein Publikum begeistern und freue mich auf den Schlussapplaus.
Es ist eine Aufgabe, bei der ich viel bewirken kann, deshalb bin ich gerne dazu bereit.
Als Redner kann ich meine ganze Kompetenz zeigen und gute Argumente vorbringen.
Mein Vortrag ist eine hervorragende Gelegenheit, mich als Führungskraft zu empfehlen.
Diese Rede zu halten ist aufregend und ich betrachte es als einzigartige Gelegenheit.

Was tut man nun damit?

Es geht ja darum, diese Selbstbestätigungen so zu verwenden, dass sie vom Unterbewusstsein übernommen werden. Dazu sind vor allem 3 Punkte sehr wichtig: Regelmäßig ausführen, das heißt jeden Tag, am besten eignen sich Zeiten wie kurz vor dem Schlafen oder kurz nach dem Aufwachen, noch vor dem Aufstehen. Nehmen Sie sich 2-3 Minuten Zeit und wiederholen Sie die gewählten Affirmationen einige Male. Der zweite wichtige Punkt ist die Dauer, es empfiehlt sich, diese Vorgehensweise mindestens 2-3 Monate durchzuhalten, damit Sie auch nachhaltige Wirkung erzielen und der dritte Punkt ist Ihre Haltung dazu. Es nützt wenig, wenn Sie gegen die gewählten Affirmationen starken, inneren Widerstand verspüren.

Vielleicht denkt der eine oder andere jetzt, das ist Humbug, oder nichts für mich. Vielleicht. Interessant ist die Tatsache, wie viele Menschen, die wir als erfolgreich kennen, mit dieser Technik arbeiten, darunter auch viele sog. Berühmtheiten. Es scheint also doch etwas dran zu sein. Deshalb meine Empfehlung: Probieren Sie es doch einfach unvoreingenommen aus, vielleicht werden Sie ja positiv überrascht, das wünsche ich Ihnen.

Mit der richtigen Technik, der Affirmation, werden Unsicherheiten ausgeglichen, Ihr Selbstvertrauen gestärkt und Ängste abgebaut. Affirmation heißt, sagen Sie JA zu sich selbst und wandeln Sie Ihre negativen Gedanken und Gefühle in positive Gedanken und Gefühle um. Wenn Sie diese Tipps beherzigen, werden auch Sie, zu den Rednern gehören, wo jeder Zuhörer gebannt an Ihren Lippen hängt.

In diesem Sinne, viel Erfolg bei Ihren nächsten Reden und Vorträge und wenn Sie Erfahrungen gemacht haben mit Affirmationen, dann berichten Sie mir doch davon, das interessiert mich. Schreiben Sie mir einfach eine Mail, an info@vogeltraining.de

Viel Erfolg
Rüdiger Vogel
Rhetoriktrainer und Vortragscoach

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