7 Tipps für öffentliches Sprechen

1.) Eigene Überzeugung.

Wählen Sie ein Thema in dem Sie sich sehr gut auskennen und vor allem, das Sie total interessiert und begeistert. Schon Augustinus sagte: „In Dir muss brennen, was Du in anderen entzünden willst“. Fällt Ihnen das schwer, sollten Sie sich intensiver mit dem Stoff, vielleicht mit einigen Teilaspekten und dem Nutzen für Ihr Publikum beschäftigen. Erst wenn Ihre eigene Überzeugung groß genug ist, sollten Sie mit der Ausarbeitung der Rede beginnen. Ihre Zuhörer haben es verdient, dass Sie selbst sich so intensiv mit Ihrem Thema auseinander gesetzt haben, dass Sie absolut begeistert und überzeugt sind. Versuchen Sie nicht, Überzeugung zu spielen, das funktioniert in aller Regel nicht.

2.) Die Zuhörer

Stellen Sie sicher, dass das was Sie zu sagen haben von großem Nutzen für Ihre Zuhörer ist, von so großem Wert, dass Ihren zuhören wirklich etwas entgehen würde, wenn sie Ihren Vortrag nicht besuchen würden. Entspricht Ihr Material nicht diesen Anforderungen sollten Sie weiter daran arbeiten, bis Sie zu dem Punkt kommen an dem Sie sagen. Das müssen meine Zuhörer unbedingt wissen, das müssen Sie hören – dann ist es richtig. Ist Ihr Stoff auch nach Überarbeitung Ihrer Meinung nach nicht besonders nützlich, sollten Sie darüber nachdenken, ob Ihre Rede dann Sinn macht. Wenn Sie nichts zu sagen haben (nichts wichtiges oder nützliches), dann sollten Sie auch nichts sagen. Es gibt schon viel zu viele nichtssagende, unnütze Reden.

3.) Logos / Ethos / Pathos.

Bauen Sie jeden einzelnen Hauptpunkt nach dieser alten griechischen Regel auf und legen Sie dabei vor allem Wert auf Pathos. Beispiele, Geschichten, Bilder sind sehr gut geeignet, bei den Zuhörern Emotionen auszulösen und helfen gleichzeitig, den Inhalt nicht so schnell zu vergessen. Verwenden Sie passende Veranschaulichungen können Sie wichtige Inhalte leicht vermitteln und machen es Ihren Zuhörern leicht, die richtigen Schlussfolgerungen zu ziehen.

4.) Intensive Vorbereitung

Selbstverständlich gehört zur intensiven Vorbereitung die ordentliche Ausarbeitung Ihrer Rede. Doch zur Vorbereitung gehört noch viel mehr. Wie gut kennen Sie sich in dem Thema aus? Ein Sprichwort sagt: Für jedes Wort dass ein Redner sagt, sollte 100 weitere kennen. So gut sollten Sie in Ihrem Thema zu Hause sein. Können Sie auch Fragen zu dem Thema beantworten? Wie sieht es mit Gegenargumenten und Einwänden aus? Auch das gehört zu guter Vorbereitung. Wer ist das Publikum? Sind es überwiegend Frauen oder Männer? Gibt es bestimmte Berufsgruppen die stark vertreten sind? Welches Problem oder Bedürfnis haben die meisten aus dem Publikum? Welche Frage beschäftigt die Zuhörer bei diesem Thema am meisten? Das alles gehört zur Vorbereitung. Und immer noch ist das nicht alles. Jetzt geht es ans Üben. Sie sollten die komplette Rede üben, laut, immer wieder. Warum? Je öfter Sie laut üben, desto leichter fällt es Ihnen, den Inhalt wieder zu geben. Wenn Sie SEHR HÄUFIG vorher üben, legen Sie in Ihrem Gehirn sozusagen „Trampelpfade“ an, Sie können sich dann am Tag aller Tage sehr leicht erinnern. Sie brauchen nicht lange zu überlegen, was Sie sagen wollen, das läuft quasi von alleine. Und das ist sehr wichtig. Warum? Weil Ihnen erst diese Situation ermöglicht, sich darauf zu konzentrieren, wie Sie etwas sagen. Und so wichtig der Inhalt ist, das WIE ist noch wichtiger.

5.) Direkt vor der Rede

Auch hier gibt es einige Schritte, die Sie verinnerlichen sollten. Kommen Sie unbedingt sehr rechtzeitig um Stress und Hektik zu vermeiden. Schauen Sie sich den Raum an. Wo stehen Sie? Gibt es ein Pult? Müssen Sie das Pult benutzen oder können Sie darauf verzichten? Wo und wie sitzen die Zuhörer? Wie sind die Sichtverhältnisse? Wird Technik benutzt? Wenn ja funktioniert sie? Unbedingt vorher testen. Falls es nicht Ihre eigene ist, bestehen Sie auf einem Test bei dem Sie dabei sind. Verlassen Sie sich nicht auf die Aussage: Ja, Ja, funktioniert schon. Überprüfen Sie es.
Ist das alles gemacht, sollten Sie sich schon etwas mit Ihrem Publikum beschäftigen. Begrüßen Sie die Eintreffenden, wenn möglich. Vielleicht können Sie einige mit Namen begrüßen. Möglicherweise können Sie sogar einige kurze Gespräche führen. Das ist wichtig, für Sie und Ihr Publikum. Sprechen Sie zu Bekannten oder sogar Freunden ist das für Sie als Redner einfacher, weil das Gesagte mit weniger Vorbehalten angehört wird.
Ca. 10-15 Minuten vor Beginn Ihrer Rede versuchen Sie, sich zurück zu ziehen. Warum? Nun sollten Sie noch etwas entspannen. Das wäre die richtige Zeit für eine kurze Atemübung, oder eine kurze Entspannungsübung. Außerdem wäre jetzt Platz für 2 sehr wirksame Techniken, die Affirmation und die sog. Visualisation. Darauf gehe ich an anderer Stelle ausführlicher ein.

6.) Vortrag

Endlich geht es an den Vortrag. Natürlich sind die Tipps für einen Vortrag viel zu umfangreich, um sie unter einem Punkt abzuhandeln. Deshalb hier nur 2 „oberflächliche“ Tipps: Achten Sie unbedingt auf eine tolle, aufmerksamkeitsstarke Einleitung und einen starken Schluss, Außerdem wichtig, die V 5-Punkte Regel beachten, alle diese 5 Punkte sollten sich in Ihrem Vortrag wiederfinden: Humor, Information, Spannung, Überzeugung und Motivation. Immer dem Anlass und dem Publikum angemessen. Versuchen Sie das Publikum unbedingt mit ein zu beziehen, das macht das Zuhören interessanter und Ihnen erleichtert es die Aufgabe, Ihre Zuhörer zu überzeugen. Und schließlich: Schauen Sie wie Ihre Zuhörer reagieren. Jetzt ist es wichtig, dass Sie verstehen, dass der Zuhörer im Mittelpunkt steht, nicht Sie. Entscheidend ist, ob Sie den Nerv des Zuhörers treffen. Und bitte: Beginnen Sie auf keinen Fall mit irgend einer Entschuldigung. Das ist ungefähr das schlimmste und langweiligste was ich als Zuhörer am Anfang hören will. Und was Ihr Lampenfieber und Ihre Nervosität anbelangt: Ein wenig ist ganz gut, dann wissen Sie, dass Sie noch leben, und dass Ihnen der Auftritt wichtig ist. Ansonsten hilft, sich mehr auf den Inhalt und den Nutzen für die Zuhörer zu konzentrieren, als auf sich selbst.

7.) Schluss

Der Schluss ist wahrscheinlich der am meisten unterschätzte Vortragsteil. Viel zu oft enden die Reden abrupt, der Redner bedankt sich für die Aufmerksamkeit und macht sich langsam vom Acker. Dabei gilt: Eine starke Rede braucht einen starken Schluss ! Setzten Sie einen deutlichen und starken Schlusspunkt. Eine kurze Zusammenfassung ist sicherlich gut, wichtig aber ist vor allem die Botschaft – der sogenannte Schlussapell. Dieser darf auf keinen Fall fehlen. Hier und jetzt sollten Sie Ihren Zuhörern (nochmal) kurz und deutlich sagen, was sie tun sollen, was Sie von ihnen erwarten. Sie möchten doch, dass Ihre Zuhörer das tun, wovon Sie versucht haben sie im Laufe des Vortrages zu überzeugen, richtig? Dann sagen Sie es zum Schluss nochmal, klar, laut und in aller Deutlichkeit. Das ist der Punkt, an dem sich Ihre Zuhörer letztendlich entscheiden, nutzen Sie diese Chance und verschenken Sie den Schluss nicht durch einen schwachen, leisen Abgang.

In diesem Sinne – viel Erfolg bei Ihrer nächsten Rede

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